„Schwerte reloaded“ – Rephotography-Projekt
Richtet sich an Schulklassen der Stufen 8-10. Verankerung im Kunst-/Geschichtsunterricht oder als Projektwoche(n)
Kernidee: Historische Fotos neu fotografieren
- Das Stadtarchiv stellt alte Aufnahmen (Straßen, Plätze, Gebäude, Personen)
- Schüler lokalisieren die Orte
- versuchen Perspektive, Brennweite und Bildausschnitt zu rekonstruieren
- fotografieren die heutige Situation bzw. schaffen eine Neuinterpretation
- Menschen bewusst einbauen
Lernziele:
Umsetzung:
- Stadtgeschichte
- Perspektive, Standpunkt und Licht
- Bildanalyse (Wo stand der Fotograf?)
- Zeit als gestalterische Dimension
Ergebnis:
- Diptychen (Alt vs. Neu)
- Titel: „Damals / Heute / Warum anders?“
Didaktischer Mehrwert
Dieses Setup kann mehr als ein normales Fotoprojekt:
- Originalquellenarbeit (wie im Geschichtsunterricht)
- künstlerische Praxis
- lokale Identitätsbildung
- echte Öffentlichkeit (Ausstellung und gedrucktes Magazin!)
Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv:
- Vorauswahl von ca. 30–50 Bildern (thematisch sortiert)
- Metadaten bereitstellen (Ort, Jahr, Fotograf falls bekannt)
- evtl. kurzer Einführungsvortrag Archiv
Variante 1:
4-6 Wochen
Woche 1: Einstieg & Bildverständnis
Stunde 1: Einführung
- Kurze Geschichte der Fotografie (von Joseph Nicéphore Niépce bis heute)
- Diskussion: „Was macht ein gutes Foto aus?“
Stunde 2: Arbeit mit Archivbildern
- Stadtarchiv stellt 20–40 Fotos vor
- Schüler wählen Bilder aus (Gruppen à 2–3)
Aufgabe:
- Bildanalyse (Arbeitsblatt):
- Was sehe ich?
- Wo stand der Fotograf?
- Was fällt kompositorisch auf?
Woche 2 – Planung & Recherche
Stunde 3: Ortsrecherche
- Orte identifizieren (Google Maps / Spaziergang)
- Perspektive rekonstruieren
Stunde 4: Bildplanung
- Skizzen anfertigen (Standpunkt, Ausschnitt)
Hausaufgabe:
- Ort besuchen (optional)
Woche 3 – Fotografische Praxis
Stunde 5–6: Shooting
- Exkursion durch Schwerte
- Fotografieren vor Ort
Lehrkraft achtet auf:
- Perspektive
- Licht
- Bildaufbau
Woche 4 – Auswahl & Gestaltung
Stunde 7: Bildauswahl
- Jede Gruppe wählt:
- 1–3 finale Bilder
Stunde 8: Bildbearbeitung
- einfache Apps (Snapseed etc.)
- kein „Überfiltern“, Fokus auf Bildwirkung
Woche 5 – Kontext & Reflexion
Stunde 9: Texte schreiben
- Kurztexte:
- Was zeigt das alte Bild?
- Was hat sich verändert?
- Warum habt ihr so fotografiert?
Stunde 10: Bildkritik
- gemeinsame Besprechung
Woche 6 – Ausstellung
Stunde 11: Kuratieren
- Reihenfolge festlegen
- Themen bilden (z. B. Arbeit, Alltag, Architektur)
Stunde 12: Aufbau
- Hängung
Ausstellung im FOTOGRAFIE FORUM RUHR
Ergebnisse
- Bildpaare (Alt/Neu)
- kurze Texte
- Ausstellung (physisch und digital)
- Magazin (gedruckt)
Kompetenzen
- Bildanalyse
- Perspektive & Komposition
- historisches Denken
- kuratorisches Arbeiten
Variante 2:
1 Woche
Tag 1 – Einstieg & Auswahl
- Kurzinput Fotografiegeschichte
- Archivbilder sichten
- Gruppen bilden
- Bild auswählen
Mini-Aufgabe:
- schnelle Bildanalyse
Tag 2 – Planung
- Ort finden
- Perspektive festlegen
- Skizze erstellen
Tag 3 – Fotografieren
- Exkursion / Rundgang
- mehrere Versuche machen
Tag 4 – Auswahl & Bearbeitung
- bestes Bild wählen
- einfache Bearbeitung
- kurzer Text (5–8 Sätze)
Tag 5 – Präsentation
- Erstellung der Exponate
- jede Gruppe präsentiert:
- Bild
- Idee
- Unterschiede damals/heute
Ergebnis
- 1 starkes Bildpaar pro Gruppe
- kurze Präsentation
Späterer Termin:
- Ausstellung im FOTOGRAFIE FORUM RUHR
- Magazin (gedruckt)
Kompetenzen
- Bildanalyse
- Perspektive & Komposition
- historisches Denken
- kuratorisches Arbeiten
Material & Organisation (für beide Varianten)
Benötigt:
- Archivbilder (digital oder Ausdruck)
- Kamera oder Smartphone
- einfache Bearbeitungs-App
Gruppengröße:
- 2–3 Schüler optimal
Didaktische Tipps aus der Praxis
- Lieber weniger Bilder, dafür bewusst
- Perspektive ist wichtiger als Technik
- Reflexion immer einbauen (sonst bleibt es „Knipsen“)
- Ausstellung früh mitdenken → steigert Motivation enorm

